Geschichte

Die Zeit vor den Spaniern

Es war im Jahre 1519, in der Zeit des Aufeinandertreffens der mexikanischen Kultur und den Eroberern, als Hernán Cortés von dem aztekischen Getränk "Aguamiel" (Honigwasser) kostete. Dies war ein Saft, der als Derivat (Nebenprodukt) aus der Fermentation von Agaven entstand und als wesentlicher Bestandteil von heiligen Zeremonien verwendet wurde.

Archäologische Funde aus dem Westen Mexikos, die auf das Jahr 1500 datiert werden, belegen, dass schon eine Kultivierung von Agaven betrieben wurde, in welcher der Tequila seine Wurzeln hat. Die Agave war in dieser Epoche von so immenser Bedeutung, dass sich daraus sogar eine Gottheit verkörperte: Mayahuel, die Göttin der Fruchtbarkeit, die mit ihren 400 Brüsten all ihre Kinder ernährte.

Mayahuel

Es wird die Legende von Mayahuel erzählt, die eine junge und schöne Göttin der Azteken war, die ihr Zuhause verlies, um sich mit dem großen Gott Quetzalcúatl zu vereinen. Mayahuel´s böse Großmutter in Form vieler Sterne wollte die beiden töten und so verwandelten sie sich in zwei Äste eines mächtigen, dicht belaubten Baumes, um nicht von ihr entdeckt zu werden. Quetzalcúatl überlebte, aber Mayahuel starb, als sie von den Sternen aufgefressen wurde. Ihre Überreste wurden von Quetzalcúatl vergraben und an der Stelle wuchs die erste Agaven-Pflanze. Doch diese wurde von einem Donnerschlag verbrannt, den die erbosten Götter aussandten. Als der Sturm und das Feuer aufhörten, waren die spitzen Blätter der Pflanze verbrannt und übrig blieb nur noch ihr Stamm, aus dem das Blut Mayahuels heraus floss. Es war ein süßer Nektar, der nach Honig schmeckte und ein verführerisches Aroma hatte. Seit dieser Zeit wurde der Nektar als rituelles Getränk benutzt und den Göttern als Opfergabe dargeboten.

Tequila

Dennoch ist der Tequila, so wie wir ihn heute kennen, ein Resultat zweier Kulturen, denn mit der Ankunft der Europäer wurden auch die die notwendigen Apparaturen (Destillierblase u.a.) für die Schnaps-Brennereien eingeführt, die es möglich machten, aus der heimischen Pflanze ein Destillat zu gewinnen.

Im 17. Jahrhundert, also der Epoche der Kolonialisierung, erlangten die "Agaven-Weine", die in den bevölkerten Regionen des Tequila-Tals hergestellt wurden, wegen ihrer guten Qualität immer mehr zu Ruhm. Nach und nach wurden diese Getränke einfach nur noch "Tequila" genannt und es bildete sich verstärkt eine ernstzunehmende Industrie rund um die Produktion dieses Produktes.

Schon im Mexiko der Unabhängigkeit (ab 1810) wurde der Tequila öfter Opfer einer Ausgrenzung zu Gunsten von anderen, ausländischen Getränken.
Mit der mexikanischen Revolution von 1910 kehrten die alten Werte wieder zurück und der Tequila verwandelte sich in ein nationales Symbol von Einigkeit und Stolz des Landes.

Ab den 40er- und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird der Tequila für Mexiko weltweit zu einer wahren, repräsentativen Ikone.
Über die Jahre haben sich die Destillationsprozesse immer mehr perfektioniert und jeder Arbeitsgang beinhaltet viel Sorgfalt und Liebe, um die Tradition zu bewahren, die die Qualität ausmacht.

Traditionen

Eine etwas ungewöhnliche Begebenheit kann derjenige erleben, der nicht aus dieser Gegend von Tequila, Jalisco stammt: Jeden Abend um neun Uhr tritt der Priester aus der Kirche und kündigt mit 3 Glockenschlägen seinen Segen an. Alle Einheimischen unterbrechen ihre Tätigkeiten, schalten die Fernseher aus, sogar die jungen Pärchen, die auf den Bänken der Plaza Principal sitzen, erheben sich und drehen sich in Richtung Kirche, denn die Menschen dort sind sehr gläubig (katholisch). Sicher aus diesem Grunde widmen sie ihre Arbeit auf dem Lande auch Gott und den Heiligen und stellen religiöse Bilder auf. Bevor die Zeit der Regenfälle beginnt, pilgern die Leute mit einer Statue des "Señor de los rayos" (eine Jesusstatue mit Blitzen an den Händen) bis an den Stadtrand hinaus, um dort für genügend Regen zu beten, damit ihre Ernte gut ausfällt. Wenn die Ernte vollbracht ist, bringen die Bauern ihre besten Maiskolben zur Erntedank-Messe mit in die Kirche.

Andere schöne Bräuche sind "die Tage des Heiligen St. Petrus und St. Paulus" (24. und 29. Juni), auch "Tage der Cantaritos" genannt. Die Kinder spielen in diesen Tagen mit kleinen hohlen Kugeln aus Ton. Diese Kugeln sind mit kleinen Steinen gefüllt und wenn diese beim Spielen gegeneinander geworfen werden, zerbrechen sie. In diesen Tagen tragen die Mädchen schöne rote Kleider, um das Aussehen von Landzecken zu imitieren.

Los lugares preferidos para este paseo son la Loma de la Virgen, la Loma de la Santa Cruz de la Villa, el arroyo de Los Jarritos, el cerro de Tequila y las orillas de la carretera internacional.

Nach der Feier setzen sich die Leute gewöhnlich vor die Häuser, um mit den Nachbarn zu reden. Die Leute spielen auch "La Lotería" (ein typisches Brettspiel). Während dieser Zeit des nachbarschaftlichen Zusammenlebens entstanden die verschiedenen Mythen und Legenden über den Tequila.

Legenden

Das tragische Ende, dass Fray Juan Calero del Espíritu Santo erleiden musste: Man sagt, dass dieser Missionar zum "Cerro del Tequila" ging, um die Indianer zu evangelisieren. Aber die Indianer töteten ihn mit Pfeilen und danach hingen sie ihn an einer Statue ihres Gottes auf.

Man sagt, dass Huexícar eine Frau schützte, die mit Mezcal Krankheiten behandelte. Deshalb glaubt man, dass diese Frau die Getränke aus Mezcal bzw. den Tequila entdeckt hat.

Die Herkunft des Tequilas

Die neuesten Entdeckungen auf der Ranch "El caballito Cerrero", wo eine alte Fabrik umgeben von Fermentations Kübeln, Ofen und Mühlen stand, bestätigen, dass Amatitán die Wiege des Tequilas ist - alles in Übereinstimmung mit den Untersuchungen von Claudio Jiménez Vizcarra, dem Besitzer des Ortes.

Deswegen hat der Stadtrat bei dem Kongress des Staates Jalisco beantragt, den 25. Mai als "Welttag des Tequilas" zu erklären und die Feiern in Amatitán zu veranstalten.

Agaven Landschaft

Die UNESCO hat am 12. Juli 2006 die Region Tequila, Jalisco als "Allgemeines Welterbe der Menschheit" deklariert.

Chronologie der Herkunftsbezeichnung D.O.T.

  • 1943

    Es existieren Dokumente datiert auf das Jahr 1943, aus denen hervorgeht, dass die Unternehmer der Region den Namen "Tequila", sowie die Rechte dafür schützen lassen wollten. Die Argumente hierfür konzentrieren sich darin auf die lange Entstehungsgeschichte, die zur Assoziation der Region und seiner Industrie mit ihrem "National Getränk" führte.

  • 1958

    Mexiko unterzeichnet 1958 das "Abkommen von Lissabon" bezüglich der Herkunftsbezeichnung und der internationalen Registrierung als solche.

  • 1960´s

    In den sechziger Jahren, als "Tequila" schon ein weltbekanntes Produkt war, begannen einige Länder wie z.B. Japan und Spanien, Schnäpse herzustellen, die einfach Tequila genannt wurden. Da diese aber nicht in der weltweit einzigen Region, in der die blaue Agave wächst, hergestellt wurden, waren diese Produkte natürlich kein echter Tequila.

  • 1972

    Das Patentgesetz Kapitel 10, Absatz 3 bezüglich der Regelung der Herkunftsbezeichnung wird reformiert.

  • 1974

    Mexiko und die USA treffen ein Abkommen, in dem Mexiko zusichert, den Namen "Bourbon" nicht mehr zu verwenden und die USA erkennen im Gegenzug den Tequila als exklusives mexikanisches Produkt an.

    Im Federal Register (USA, vom 5 Dezember 1973) wird ein Dekret veröffentlicht, in dem die Denominación de Origen Tequila (D.O.T.) anerkannt wird. Am 6. Mai 1974 wird in Mexiko eine Resolution veröffentlicht, die das Zahlzeichen 2.1.1. als offizielles Qualitätssiegel für Whiskey (DGN-V-I-1969) modifiziert.

    Am 27. Juli 1974 erlässt der kanadische Außenminister ein Dekret, welches den Gebrauch des Namens "Tequila" ausschließlich für mexikanische Produkte zulässt.

  • 1976

    Am 26. September beantragt die "Tequileria La Gonzaleña" die Ausweitung der Gebiete der Denominación de Origen auf einige Bezirke in Tamaulipas.

  • 1977

    Am 13.Oktober wird im D.O. die vorteilhafte Resolution für die besagte Ausweitung erlassen.

  • 1978

    Am 13. April wird erreicht, dass Tequila eine zertifizierte Registrierung im "Registre International des Appelations d'Origine" der Weltorganisation für Urheberrechte (Genf, Schweiz) erhält.

  • 1981

    Am 29. März 19981 verfasst die Provinz Quebec ein Manifest, in dem die Denominación de Origen Tequila (D.O.T.) offiziell anerkannt wird.

  • 1982

    Am 29. Oktober 1982 schließt sich Dänemark der Anerkennung der D.O.T. an.

  • 2003

    Es wird ein Master Plan zur Erhaltung der historischen, antiken Brennereien erstellt.

  • 2004

    Man macht sich die Arbeit, sämtliche alten Industrieanlagen der Region Tequila zu erkunden, um diese in einem nationalen Katalog aufzulisten. (2003 -2004)